Über mich

Ich komme aus dem Münsterland, habe viele Jahre in Hamburg gelebt und lebe heute wieder dort, wo ich aufgewachsen bin. Ein Schritt, den viele nicht erwartet hätten – mich eingeschlossen. Zwischen Stadt und Land, Aufbruch und Rückkehr sind viele der Fragen entstanden, die mich bis heute begleiten. Fragen nach Zugehörigkeit, Identität und dem eigenen Platz im Leben. Fragen, die mein Schreiben ebenso prägen wie meinen Blick auf Menschen.

Perspektive

Viele meiner Geschichten spielen zwischen Welten. Zwischen Stadt und Land. Zwischen Vertrautem und Neuem. Zwischen dem Wunsch dazuzugehören und dem Mut, den eigenen Weg zu gehen.
Diese Perspektive entsteht nicht aus Theorie, sondern aus eigenen Erfahrungen. Als queerer Mensch aus dem ländlichen Westmünsterland habe ich erlebt, wie unterschiedlich Sichtbarkeit, Zugehörigkeit und Erwartungen wahrgenommen werden können.
Vieles ist heute offener geworden. Gleichzeitig entstehen Spannungen oft genau dort, wo Erwartungen unausgesprochen bleiben oder Menschen das Gefühl haben, sich anpassen zu müssen, um dazuzugehören.
Vielleicht interessieren mich deshalb Menschen mehr als Antworten. Die Widersprüche mehr als die Gewissheiten. Und die Geschichten hinter einer Entscheidung oft mehr als die Entscheidung selbst.

Schreiben & Engagement

Als schwuler Mann vom Land habe ich lange nach Geschichten gesucht, in denen ich mich wiederfinden konnte. Heute schreibe ich diese selbst. Mich interessieren weniger die großen Dramen als die kleinen Verschiebungen. Die Gespräche, die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen. Begegnungen, die etwas ins Wanken bringen. Momente, in denen Menschen beginnen, sich selbst ehrlicher zu betrachten.

Deshalb ist mir Sichtbarkeit wichtig. Nicht als großes Programm, sondern als etwas Selbstverständliches. Queere Menschen müssen nicht immer eine Botschaft mitbringen. Sie verlieben sich, streiten sich, treffen falsche Entscheidungen, haben Zweifel und Hoffnungen wie alle anderen auch.

Über das Schreiben hinaus engagiere ich mich für queere Sichtbarkeit in Literatur und Medien. In der Queer Media Society wirke ich in der Sektion Literatur / Graphic Novel / Verlagswesen mit. Mir ist wichtig, dass unterschiedliche Lebensrealitäten selbstverständlich mitgedacht werden und Gespräche auch dort möglich bleiben, wo Unsicherheit oder Zurückhaltung spürbar sind.

Erfahrung & Haltung

Schreiben ist heute ein wichtiger Teil meines Lebens, aber nicht der einzige.

Seit mehr als zwanzig Jahren arbeite ich in unterschiedlichen Rollen mit Menschen, Organisationen und gesellschaftlichen Themen. Ich war in der Sozialen Arbeit und Jugendhilfe tätig, habe Teams und Organisationen geleitet, im Fundraising gearbeitet und Veränderungsprozesse begleitet. Heute beschäftige ich mich beruflich vor allem mit Fördermitteln und Stiftungen und damit, wie aus Ideen Projekte werden können, die gesellschaftlich etwas bewegen.

Vielleicht ist es kein Zufall, dass mich auch beim Schreiben die Dinge interessieren, die nicht sofort sichtbar sind. Was Menschen antreibt. Was sie zurückhält. Was zwischen ihnen passiert und warum manche Veränderungen lange brauchen, bevor sie möglich werden.
Mein beruflicher Weg und mein Schreiben erzählen unterschiedliche Geschichten. Der Blick dahinter ist oft derselbe: genau hinsehen, zuhören und Menschen nicht auf eine Rolle reduzieren.

Zusammenarbeit anfragen

Bücher führen manchmal zu Gesprächen, mit denen man beim Schreiben nicht gerechnet hat. Genau das mag ich daran. Ob es um Literatur, eine Lesung, queere Sichtbarkeit, ein gemeinsames Projekt oder einfach um eine gute Idee geht: Ich freue mich, von Menschen zu hören, die etwas davon weiterdenken möchten.